Das blaue Album von Heide-Marie Lauterer - Roman


Das blaue Album von Heide-Marie Lauterer - Roman

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Kundenbewertungen zu Das blaue Album von Heide-Marie Lauterer - Roman

Anzahl der Bewertungen: 3
Durchschnittliche Bewertung: 4,7
Meisterhaft - logisch - ästhetisch
von am 30.09.2017
Deutschland lebt heute zwischen den Ecken eines Fünfecks: Aktivisten gegen Ausländer, neutrale naturgemäße-selbstverständliche Koexistenz von Ausländern und Deutsche, besonders liebevoller Umgang mit Migranten, die Erinnerung an einen historischen Flächenbrand und gelassener allgemeiner deutscher Alltag.

Heide-Marie Lauterer gelang meisterhaft diese fünf Pentagramm-Ecken mit Personen oder Bildern zu besetzen: 1. Der Aktivist Dan, der am Ende von seinen eigenen ausländerfeindlichen Leuten verfolgt wird; 2. Die friedlich Etablierten in “Klein-Istanbul” in Mannheim und der deutsche Tourismus in Antalya: 3. Der türkische Freundeskreis von Helena, der Hauptfigur des Romans; 4. Die Konfontration mit der grausigen Nazi-Vergangenheit von Helenas Vater und 5. Verliebtes Händehalten neben dem ewig fließenden Neckar

Im Fluss der Lektüre erscheinen Bilder, die so gut gezeichnet wurden, teilweise mit tschechowschen Pinselstrichen, dass sie mich als bewegte Malereien noch am nächsten Tag begleiteten: ein rechtsextremer Anschlag auf eine Kita in Berlin, die Wanderung Helenas mit einem streunenden Hund am Strand und eine märchenhaft-wahre Baumhaus-Siedlung.

Logische und ästhetische zusammenhängende Szenen werden von Anfang an von rätselhaften und erschreckenden Halluzination Helenas begleitet, so als würde sie die am Ende des Buches beschriebene Wirkung einer Droge antizipieren. Durch die Droge kommt es zu einem eklatanten taoistischen Schlüsselerlebnis: Sie erkennt ihren Vater als den Mann mit schwarzen Stiefeln, der Kinder an die Wand geschleudert hat, und zugleich als “vom gleichen Holz geschnitzt” wie sie. Friede kehrt ein.

Wenn meine Augen nicht gerade kränklich wären, hätte ich das Buch in weniger als einem Tag verschlungen. Ich brauchte zwei Tage und nahm dabei gerne Augenschmerzen in Kauf.
Spannendes, gut recherchiertes Buch
von am 30.09.2017
Helena, Mutter einer erwachsenen Tochter schlägt sich mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und wird immer wieder von grausamen Visionen überfallen. Ein alter Sekretär in ihrer Wohnung birgt neben alten Sachen auch ein altes Fotoalbum, welches nicht nur ihre Tochter sondern auch noch andere Leute brennend interessiert. Mit der Hilfe ihres neuen Freundes begibt sich Helena auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und stößt dabei auf die Nazi-Verbindungen ihres Vaters. Auch ihre Tochter stellt Nachforschungen an und gerät schon bald in ihrem Berliner Multi-Kulti-Umfeld in Gefahr...
Zunächst beginnt das Buch wie ein netter Roman, doch das ändert sich im Verlauf der Handlung bald und man merkt hier sehr deutlich die Auseinandersetzung der Autorin mit dem Thema Nazivergangenheit. Mit ihrem flüssigen Schreibstil erschafft die Autorin eine spannende Atmosphäre um Helena und das besagte Blaue Album. Deutlich wurde die innere Zerissenheit der Hauptfigur herausgearbeitet und auch die Neugier der Tochter ist nachvollziehbar. Die Autorin schafft einen Handlungsbogen von der Nazi-Verbindung von Helenas Vater bis zur heutigen Neonaziszene und Ausländerfeindlichkeit. Diesen Teil der Geschichte trägt die Figur der Tochter von Helena.
Die Aufarbeitung von Helenas Trauma und der Weg dorthin war auch für mich sehr emotional zu lesen.
Jedoch hat mir dabei etwas die Erklärung zur Rolle Helenas Mutter gefehlt. Allerdings erschließt sich am Ende auch das schwierige Verhältnis der beiden Frauen.
Wenn man an der deutschen Geschichte nicht ganz uninteressiert ist, hat man hier die Möglichkeit ein sehr spannendes und gut recherchiertes Buch zu lesen.
Fesselnde Geschichte mit vielen Facetten!
von am 17.07.2017
Ich habe das Buch bekommen und gleich in einem Stück am Wochenende verschlungen. Eine ungewöhnliche Geschichte mit Tiefgang, aber trotzdem leicht genug, um es (positiv gemeint) als "Schmöker" zu bezeichnen. Hinterlässt den einen oder anderen nachhaltigen Gedanken. Vor allem die Szene in der Türkei (ich will nicht zuviel verraten... ;-) ) ist spannend wie ein Thriller. Empfehlenswert!
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